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Die soziale Situation in Argentinien


10 Millionen Argentinier leben heute in Armut. Im Jahr 2004 betraf nach Berichten des „Instituto Nacional de Estadísticas y Censos de la República Argentina“ (INDEC) die Armut in Argentinien 44,3% der Bevölkerung.

Während des Jahres 2008 lebten nach INDEC 13% der argentinischen Haushalte in den wichtigsten Städten des Landes unter der Armutsgrenze.

Im Jahr 2009 waren 13% der Bevölkerung arbeitslos oder unterbeschäftigt und versuchen bis heute täglich, in die Arbeitswelt einzusteigen, um der Armut zu entkommen.

 

 

Ein bescheidenes Haus eines ehemaligen Stipendiaten des Programmes Oportunidad Educativa.

 

Des weiteren lebt ungefähr 7% der Bevölkerung von weniger als einem Dollar pro Tag. Kinder sind am meisten von den Auswirkungen der Armut betroffen. In manchen Provinzen Argentiniens klafft die soziale Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander.
Die Grundausbildung (Grundschule) ist fast überall vorhanden und die große Mehrheit kann schreiben und lesen. Viele Schüler wiederholen jedoch Klassen oder brechen die Ausbildung in den weiterführenden Schulen ab. Fast 20% der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren gehen weder zur Schule, noch arbeiten sie. Sie suchen keine Arbeit und helfen auch nicht im Haushalt, das heißt, sie nehmen in keiner Weise irgendwelche Verpflichtungen wahr.
 

 

In den öffentlichen Schulen gibt es kostenloses Frühstück, Mittagessen und Nachmittags eine Kleinigkeit für die Schüler. Dieses Bild wurde in der Mensa der Sachule „Ipem 18“ gemacht.

 

Studierst du oder arbeitest du?... Keines von beidem.

In Argentinien stellt der Schulabbruch das größte Problem des sowieso umstrittenen Schulsystems dar. Vor einigen Jahren hatte ein Jugendlicher, der die Schule abbrach, noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt: „Arbeitest du oder studierst du?“ war die klassische Frage. Der Ausstieg aus der Schule bedeutete die Übernahme von - manchmal prekärer und risikoreicher - beruflicher Verantwortung, die klare soziale Rollen beinhaltete.
Heutzutage bedeutet ein Schulabbruch nur selten den Einstieg in die Arbeitswelt, er kann sogar bis hin zur sozialen Ausgrenzung der Jugendlichen führen. In der Provinz Buenos Aires gibt es nach Schätzungen des Ministers für Soziale Entwicklung, Daniel Arroyo, eine Million Jugendliche, die sozial gefährdet sind und gesellschaftlich ausgegrenzt werden. 400.000 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren gehen weder zur Schule, noch arbeiten sie. Der Abbruch der Schule kann für einige der erste Schritt in eine Welt der Verbrechen, der Gewalt und der sozialen Ausgrenzung sein, aus der man kaum auf den richtigen Weg zurückfindet.
Dies ist umso alarmierender vor dem Hintergrund, dass das globale Umfeld immer mehr nach Personen mit ausgezeichneten Fähigkeiten und Kenntnissen verlangt. Es wurde festgestellt, dass diejenigen, die keinen Zugang zu einer zweiten Sprache, zu wissenschaftlichem, mathematischem und computertechnischem Wissen haben, nicht als „alfabetisiert“ gelten.

 

 

 

 

 

Bilder von nördlichen Vierteln der Stadt, in denen die Stipendiaten/innen unseres Programmes leben.

 

Weitere Informationen zu diesm Thema:

CENDA - Informe Laboral Nº14 – otoño 2008 De: http://www.iade.org.ar/modules/noticias/article.php?storyid=2454
Unicef - www.unicef.org
Instituto de Estadísticas y Censos de la República Argentina: www. indec.mecon.ar
Comisión Económica para América Latina y el Caribe (Cepal): http://www.eclac.org/
Diario La Nación: http://www.lanacion.com.ar/nota.asp?nota_id=1065986

 

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